Angedacht vom 20.04.2020

Anders

Diese Zeiten sind sicherlich anders. Anders, als man es sich gedacht und erwünscht hat. Anders, wie die Jahresplanungen am Anfang des Jahres. Anders, im Umgang mit seinen Mitmenschen. Wer zum Beispiel diese Tage seinen Geburtstag feiert, der feiert anders, als er das sonst gerne gemacht hätte. Glücklich, wer Familie hat, die mitfeiern kann. Andere Gäste schalten sich in einer Videokonferenz zum Geburtstagskaffee dazu. Anders! Aber auch immer schlechter? Es gibt vieles, das so schnell wie möglich, wieder normal verlaufen muss. Die Arbeit, der Verkauf, die Kinderbetreuung, die Schule, Besuche, öffentliche Gottesdienste, … Doch auch immer mit bedacht und nicht voreilig. Ich denke, schlimmer als die jetzige Situation wäre ein Rückschlag, eine zweite Ansteckungswelle, die noch schärfere Einschränkungen mit sich bringen wird. Deshalb wird es weiterhin wichtig sein, Geduld zu üben und mit der aktuellen Situation klar zu kommen.

Als sich Jesus nach seiner Auferstehung zum dritten Mal seinen Jüngern offenbarte, waren diese als Fischer auf dem See Tibérias unterwegs. Sie hatten ihr Netz ausgeworfen, vergeblich. Sie fingen keine Fische. Da kam Jesus ans Ufer und schrie ihnen zu: „Werft das Netz auf der anderen Seite ins Wasser.“ Und, o Wundern, das Netz war übervoll. Jesus ermunterte seine Jünger, ihre Angewohnheit, ihr „Schon immer so“ ein kleinwenig zu ändern. Mit Erfolg. Es gibt in der jetzigen Situation sicherlich auch vieles, das nicht mehr so weiterlaufen sollte, vieles, das man überdenken muss, vieles das auch neu entstanden ist. Die Digitalisierung hat einen gewaltigen Sprung gemacht. Sei es in der Schule, den Kindergärten, aber auch bei uns als Kirche. Digitale Gottesdienste und andere Angebote erreichen viele Menschen und bieten Halt und Hoffnung. Wer hätte das vor Wochen geglaubt? Wer ohne oder mit wenig Geld klar kommen muss, der weiß, ohne Geld geht nichts. Aber muss das Geld die Welt regieren? So kann es einem zumindest vorkommen. Ich hoffe für uns alle, dass wir nach „Corona“ nicht mit allem so weitermachen wie bisher, sondern uns überlegen, was wirklich wichtig und nötig ist und wo es Veränderungen geben kann und soll. Ihnen ein gesegnete Woche und bleiben sie behütet!

Ihr Frank Schien, Gemeindereferent


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