Angedacht vom 26.03.2020 - Nach MIR die Sintflut!

Was wir zurzeit erleben, gab es in diesem Ausmaß noch nie. Es gibt keine Erfahrungswerte. In regelmäßigen Abständen werden neue Verordnungen erlassen. Der soziale Kontakt soll reduziert werden. Ängste und Sorgen verunsichern die Menschen.

Wer von uns den Zweiten Weltkrieg miterlebt und schon in den Jahren direkt nach dem Krieg gelebt hat, kennt vielleicht noch die Bilder, die uns auch heute in den Supermärken begegnen: leere Regale!

Damals waren die Regale aber nicht leer, weil Panik und Ängste zu Hamsterkäufen verleiteten, sondern, weil es nichts gab, das man in die Regale einräumen konnte. Wenn dann doch mal etwas den Weg in die Regale fand, wurde dies nicht durch einen einzelnen aufgekauft, sondern man hatte den Blick für die Not der anderen und schaute oftmals, dass jeder etwas davon abbekam.

Aus dem Miteinander und Füreinander von Früher ist in unserer heutigen Zeit der Egoismus des Einzelnen geworden.

Die alttestamentliche Geschichte von Noach und der Sintflut fiel mir bei solchen Nachrichten kürzlich in den Schoß. In der Kinderbibel meiner Töchter gibt es dort folgende Übersetzung (nach Genesis 6):

„Doch mit der Zeit begannen die Menschen, die Gott geschaffen hatte, ihre eigenen Wege zu gehen. Manchmal waren sie selbstsüchtig oder grausam. Sie wollten nicht mit anderen teilen. Sie kümmerten sich nicht umeinander. Schließlich vergaßen sie Gott ganz. Sie verletzten einander, um zu bekommen, was sie wollten.“

Wie eine Sintflut kommt diese Corona-Pandemie über uns herein und zeigt, wie klein und hilflos wir Menschen doch eigentlich sind.

„In der Krise beweist sich der Charakter.“ Dieser Satz stammt von Helmut Schmidt, unseren ehemaligen Bundeskanzler. Wie Recht er hat.

Diese Krise zeigt aber nicht nur den Egoismus der Menschen, sondern auch die Selbstlosigkeit und Hilfsbereitschaft, die in den Menschen steckt. Allerorts entstehen Hilfsprojekte, die den Menschen, die in Quarantäne sind oder zur Risikogruppe gehören, helfen. Dazu gehören Einkauf, Gespräche übers Telefon, nette Briefe oder das Gebet.

Danke an alle Frauen und Männer, die für andere in dieser schwierigen Situation da sind. Als Ärzte, Sanitäter, Pflegekräfte, Verkäufer, Polizisten, Briefträger und viele mehr. Danke auch an alle, die vor Ort ehrenamtlich, wie hauptamtlich zeigen, dass nicht der Egoismus einzelner das Handeln bestimmt, sondern das gute Miteinander und Füreinander in unseren Herzen regiert.

Bleiben wir im Gebet verbunden!

Lassen Sie sich nicht anstecken! Auch nicht von Panik und Hysterie!

Ihr Frank Schien, Gemeindereferent


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